„Shades of Davy Crockett“ von Theodore Pratt ist eine Fantasy-Kurzgeschichte, die Mitte des 20. Jahrhunderts verfasst wurde. Sie untersucht das kulturelle Nachleben eines Volkshelden inmitten einer landesweiten Begeisterung und befasst sich mit dem Prozess der Mythbildung, der Kommerzialisierung sowie der Kraft der jugendlichen Fantasie. In der Geschichte erscheint Davy Crockett in einer modernen Stadt und ist verblüfft sowie bestürzt darüber, wie sein Bild verkauft und übertrieben dargestellt wird. Ein Polizist, ein Ladenangestellter, ein Hersteller sowie ein Kongressabgeordneter aus Tennessee behandeln ihn jeweils entweder herablassend oder nutzen ihn kommerziell aus – sie betrachten ihn eher als „Attraktion“ oder „Markenimage“ denn als echten Menschen. Auf der Suche nach Antworten begibt sich Davy Crockett zum Alamo, wo er auf einen Jungen in Kostüm trifft, der nicht glaubt, dass er real ist, und sogar versucht, auf ihn zu schießen. In diesem Moment erkennt Davy Crockett, dass die wahrste Hommage nicht in Profiten oder übertriebenen Erzählungen liegt, sondern in dem unbeschwerten, unschuldigen Spiel der Kinder – schließlich ist es gerade ihre Fantasie, die seinen Geist am Leben hält. Als der Junge ihn „besiegt“, verschwindet Davy Crockett zufrieden mit dem Vermächtnis der Vorstellungskraft.