„Zwei Jahrhunderte der Kleidung in Amerika, Band 1 (1620–1820)“ von Alice Morse Earle ist eine historische Abhandlung, die Anfang des 20. Jahrhunderts verfasst wurde. Dieser Band bietet einen umfassenden Überblick über die amerikanische Kleidung vom frühen Kolonialzeitalter bis zum frühen 19. Jahrhundert und untersucht die Kleidungsstile verschiedener Gruppen – darunter Puritaner und Pilger – sowie deren soziale und kulturelle Bedeutung. Zu Beginn des Buches werden die Missverständnisse hinsichtlich der typischen Darstellungen puritanischer und pilgerlicher Kleidung als düster und trist aufgezeigt. Earle widerlegt diese Vorstellung, indem sie auf die reiche Vielfalt an Farben und Stilen hinweist, die bei den Siedlern Neuenglands verbreitet waren. Sie beruft sich außerdem auf historische Dokumente, Inventare sowie erhalten gebliebene Kleidungsstücke, um zu zeigen, dass es eine lebendige Tradition der Kleidung gab, die sowohl individuelle Identität als auch sozialen Status widerspiegelte. Earle zeichnet ein Bild von Kolonisten in lebhaften Farben wie Rostrot und Scharlachrot – was dem Klischee einer trüben puritanischen Kleidung entgegensteht – und betont, dass die Siedler großen Wert auf ihre Kleidung legten, da sie ein Spiegelbild ihrer Würde und ihres sozialen Status darstellte.