„Journal de la société de 1789 – Nº II“ von Condorcet und anderen ist eine politische Zeitschrift, die Ende des 18. Jahrhunderts veröffentlicht wurde. Sie enthält Aufsätze und Berichte aus der Zeit der Revolution, die sich mit den Beziehungen zwischen Kirche und Staat, der Verteilung von Kriegs- und Friedensbefugnissen sowie Entwicklungen in der industriellen Chemie beschäftigen. Ein zentrales Thema ist die Reform der Institutionen während der Französischen Revolution – insbesondere im Hinblick auf bürgerliche Freiheiten, verfassungsmäßige Strukturen und wirtschaftliche Modernisierung. Der einleitende Artikel setzt sich für die absolute Meinungsfreiheit ein, lehnt jede bevorzugte Staatsreligion ab und fordert die Registrierung von Geburten, Heiraten und Todesfällen sowie eine gemeinsame, säkulare öffentliche Bildung, die es dem Klerus verbietet, als politische Kraft zu agieren. Die vorübergehende staatliche Finanzierung von Geistlichen wird nur als Maßnahme zur Aufrechterhaltung der Ordnung geduldet. Eine ausführliche politische Analyse erläutert das Dekret über den Kriegserklärungsprozess: Die Exekutive kann einen Kriegsvorschlag unterbreiten, darf jedoch ohne Zustimmung des Gesetzgebers nicht handeln; beide Institutionen können einen Krieg verhindern. Dabei werden die Risiken von Volksaufregungen, ausländischer Einflussnahme sowie den Unklarheiten des Vetos berücksichtigt. Es werden außerdem Schutzmaßnahmen vorgeschlagen – wie das Verzichten auf Eroberungen, die Einschränkung der königlichen Befehlsbefugnisse über Armeen sowie die Aufbau einer bewaffneten Bürgerschaft zur Sicherung des Friedens. Der Briefwechselabschnitt enthält eine Resolution von Pfarrern, in der sie ihre Absicht bekunden, sich öffentlich für die Religion einzusetzen, anzügliche Schriften zu verurteilen, diese Handlungen in städtischen Registern zu dokumentieren und ihre Unterstützung für die Dekrete der Nationalversammlung zum Ausdruck zu bringen. Der abschließende Artikel beschreibt einen neuen Verfahren zur Herstellung von Natron aus Meersalz; dabei werden Nebenprodukte wie Salzsäure und Ammoniumsalz sowie die voraussichtlichen Vorteile für die Seifen-, Glas- und Textilindustrie hervorgehoben. Zudem wird auf die Reduzierung der Abhängigkeit von Importen sowie die Gründung eines landesweiten Produktionsunternehmens eingegangen.