„Folkways“ von William Graham Sumner ist ein soziologisches Werk, das Anfang des 20. Jahrhunderts verfasst wurde. In diesem Buch wird das Konzept der „Volksbräuche“ untersucht; Sumner definiert diese als die üblichen Verhaltensweisen, Praktiken und ethischen Grundsätze, die das soziale Verhalten innerhalb einer Gruppe oder Gesellschaft bestimmen. Ziel des Werkes ist es, aufzuzeigen, wie solche gesellschaftlichen Normen im Laufe der Zeit unbewusst entstehen und wie sie menschliche Interaktionen sowie Institutionen prägen. Der Einleitungsteil von „Folkways“ stellt die grundlegenden Ideen vor, auf denen Sumners Untersuchung sozialer Bräuche und Moral basiert. Er erklärt zunächst seine Absicht, die Begriffe „Volksbräuche“ zu definieren und zu analysieren, und betont deren Rolle als soziale Kraft, die durch wiederholte Handlungen sowie Gruppeninteraktionen unbewusst entsteht und darauf abzielt, gemeinsame menschliche Bedürfnisse zu erfüllen. Sumner weist außerdem darauf hin, dass Volksbräuche zwar ursprünglich aus individuellen Impulsen hervorgehen, letztendlich jedoch gesellschaftliche Autorität und Kohärenz erlangen und das Verhalten auf Weisen beeinflussen, die oft als selbstverständlich angesehen werden. Dieses Kapitel legt den Grundstein für eine tiefergehende Untersuchung dessen, wie solche Praktiken das soziale Wohlergehen sowie die inneren Dynamiken von Gruppen im Laufe der Geschichte beeinflussen.