„Portugal und Brasilien: Emigration und Kolonialisierung“ von D. A. Gomes Pércheiro ist eine kritische Untersuchung der portugiesischen Auswanderung nach Brasilien, die Ende des 19. Jahrhunderts verfasst wurde. Das Werk geht auf die sozioökonomischen Faktoren ein, die diese Migration vorantrieben – darunter der Reiz potenzieller Wohlstandsmöglichkeiten sowie die harten Realitäten, die die Auswanderer nach ihrer Ankunft in Brasilien erwarteten. Es bewertet kritisch die Auswirkungen der Emigration auf sowohl Portugal als auch seine Bürger, hinterfragt die Motive für diese Migration und vergleicht die Verhältnisse in beiden Ländern. Zu Beginn des Werkes skizziert der Autor die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Portugal und Brasilien, die die Auswanderung begünstigen, und weist auf Fehlvorstellungen hinsichtlich der Chancen in Brasilien hin. Er liefert statistische Vergleiche zu Löhnen, Lebenshaltungskosten und Sterblichkeitsraten und zeichnet ein düsteres Bild der mit der Auswanderung verbundenen Risiken. Bei der Betrachtung der Ambitionen vieler Portugiesen, in Brasilien ein neues Leben zu beginnen, betont er die Bedeutung, die praktischen Realitäten sowie den historischen Kontext der Emigration zu verstehen – mit dem Ziel, seine Landsleute mit Wissen auszustatten, um sie vor irreführenden Vorstellungen zu schützen.