„Die Primitiven: Studien zur vergleichenden Ethnologie“ von Élie Reclus ist eine wissenschaftliche Veröffentlichung aus dem späten 19. Jahrhundert. Das Werk untersucht das Verhalten, die Kulturen und sozialen Strukturen verschiedener primitiver Völker und steht im Kontext des sich entwickelnden Fachgebiets der Ethnologie. Reclus möchte gegen zeitgenössische Vorurteile bezüglich sogenannter „primitiver“ Gesellschaften vorgehen, indem er ihre Bräuche, Glaubensvorstellungen und Lebensweisen mit Respekt und Sorgfalt dokumentiert. Der Einleitung des Buches enthält ein Vorwort, in dem die Prinzipien dargelegt werden, nach denen Reclus seine ethnologischen und demografischen Untersuchungen durchführt. Er wendet sich gegen die abwertende Haltung gegenüber alten und nicht-westlichen Gesellschaften und betont, dass deren Praktiken und Institutionen wertvolle Erkenntnisse liefern, die den Entwicklungsgang der Menschheit widerspiegeln. Reclus unterstreicht außerdem die Kontinuität des menschlichen Denkens und der Institutionen im Laufe der Zeit und betont, dass das Verständnis primitiver Kulturen für ein wirkliches Verständnis der menschlichen Entwicklung unerlässlich ist. Das Vorwort legt den Grundstein für die anschließenden Untersuchungen spezifischer Völkergruppen – beginnend mit detaillierten Analysen der Hyperboreier und Eskimos, wobei deren Anpassungen an die Umwelt sowie ihre kulturellen Praktiken hervorgehoben werden.