„Minha formação“ von Joaquim Nabuco ist ein autobiografisches Memoir, das Ende des 19. Jahrhunderts verfasst wurde. Das Werk beschäftigt sich mit der intellektuellen, politischen und moralischen Entwicklung des Autors – eines bedeutenden brasilianischen Denkers, Diplomaten und Abolitionisten. Durch persönliche Erinnerungen untersucht Nabuco die Entstehung seiner liberalen Ideale, seine Beziehung zur brasilianischen und europäischen Kultur sowie die wichtigsten Einflüsse und Ereignisse, die seine Sichtweise geprägt haben. Das Buch bietet den Lesern Einblicke sowohl in die individuellen Prozesse der Selbstentwicklung als auch in umfassendere Reflexionen über die brasilianische Gesellschaft, Politik und Identität in einer transformierenden Epoche. Der Beginn von „Minha formação“ erläutert Nabucos Motivationen, seine über mehrere Jahre hinweg unter wechselnden Perspektiven verfassten Memoiren zusammenzustellen, und richtet sich an seine Kinder als Widmungsgeschenke. Im Vorwort erwartet er gemischte Reaktionen auf sein Werk – wobei er persönliche Widersprüche und Veränderungen zugibt – und betont die Aufrichtigkeit seiner Darstellungen. Die Erzählung geht anschließend in seine Kindheit und frühen akademischen Erfahrungen über; dabei werden der Einfluss des Liberalismus seines Vaters, Begegnungen mit politischen und literarischen Persönlichkeiten sowie die prägenden Auswirkungen bestimmter Texte – insbesondere Bagehots Schriften zur konstitutionellen Monarchie – beschrieben. Nabuco schildert seine Schwankungen zwischen liberalen, republikanischen und monarchistischen Ansichten und verbindet sein persönliches Wachstum mit den umfassenderen politischen Veränderungen in Brasilien und Europa. Ganz im Kontext dieser Überlegungen reflektiert er über seine intellektuelle Neugierde, seine kosmopolitischen Interessen sowie seinen späteren Einsatz für Anliegen wie die Abschaffung der Sklaverei – und zeigt auf, wie diese Erfahrungen und Einflüsse die Grundlagen für sein späteres öffentliches Leben legten.
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