„Die Geschichte der Mode in Frankreich – oder: Die Kleidung der Frauen von der galloromanischen Zeit an…“ von Augustin Challamel ist eine historische Abhandlung, die Ende des 19. Jahrhunderts verfasst wurde. Sie beschreibt die Entwicklung der Kleidung französischer Frauen von der Antike über das Mittelalter bis in die Gegenwart des Autors und betrachtet Kleidung als soziales und moralisches Barometer. Das Werk hebt die führende Rolle Paris’ im Bereich des Stils hervor sowie die Bedeutung von Schauspielerinnen, Modezeitschriften und sogar bekleideten Puppen bei der Verbreitung neuer Trends. Zudem bietet es einen detaillierten Überblick über jede einzelne Epoche – beginnend mit der galloromanischen Zeit. Der Einleitungsteil präsentiert Mode als ein ernstes Instrument zur Betrachtung der Gesellschaft; dabei werden Dichter zitiert, der Geschmack französischer Frauen gelobt und Paris in den Mittelpunkt des globalen Stils gestellt. Die Auswirkungen von Prominenten auf die Mode werden anhand des berühmten gelben Kleides von Mademoiselle Mars veranschaulicht; außerdem wird der Aufstieg der Modemedien beschrieben – von „Gynæceum“ in Amman bis zum „Journal des Dames et des Modes“. Auch die Verwendung von Puppen zur Ausbreitung modischer Trends wird erwähnt. Schließlich wird ein detaillierter Plan skizziert, wie jede Epoche im Buch behandelt werden soll. Die ersten Kapitel beschreiben zunächst die Kleidung der Gallier und Galloromaner – Haut in Wadfarbe, Tuniken, Schleier (wie Mavors und Palla), römische Stolae, Parfüme und Kosmetika, Schmuck sowie spezielle Schuhe. Anschließend werden die Modeformen der Merowinger- und frühen Karolingerzeit beschrieben, geprägt von fränkischer Herrschaft: Haut in verschiedenen Farben, Kopfbedeckungen und Schleier (darunter der Obbou), juwelierte Gürtel, geflochtenes Haar sowie die durch Traditionen und Kirche auferlegte Bescheidenheit. Zudem werden königliche Frauen sowie Abbildungen aus Manuskripten genutzt, um Gürtel, Schleier, Farben und Hygienegebräuche detailliert zu beschreiben. Abschließend wird der Übergang zu den typisch französischen mittelalterlichen Modeformen nachvollzogen – unter anderem dominikale Schleier, Bliauds und Garde-corps, besondere Verschlüsse sowie eine zunehmende Vielfalt an Stoffen.