„Novelas de la Costa Azul“ von Vicente Blasco Ibáñez ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die Anfang des 20. Jahrhunderts verfasst wurden. Die Werke präsentieren lebendige Erzählungen, die hauptsächlich an der Mittelmeerküste – genauer gesagt in der malerischen Region Costa Azul – spielen. Durch meisterhaftes Erzählen und menschliche Wärme erkundet der Autor Themen wie das Altern und die Nostalgie; die Charaktere verkörpern dabei vermutlich die Komplexitäten des Lebens sowie die Gefühle in den späten Jahren. In der Einleitung zu „Novelas de la Costa Azul“ wird die alte Herzogin von Pontecorvo vorgestellt, die die gewundenen Gassen von Roquebrune hinaufsteigt, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Trotz ihrer Schwäche und des Alters bleibt sie voller Lebensfreude und genießt die Schönheit ihrer Umgebung sowie die Erinnerungen, die sie weckt. Als sie einen abgelegenen Garten erreicht, trifft sie unerwartet auf John Baldwin, einen reichen Amerikaner, und führt mit ihm ein nachdenkliches Gespräch über die Freuden und Melancholien des Alters. Ihr Dialog berührt verlorene Ambitionen, persönliche Opfer sowie die bittersüße Natur des Alterns – und legt so den Ton für die bewegenden Erzählungen der Sammlung.