„Struktur Algeriens“ von E. F. Gautier ist ein geologisches und geographisches Werk, das Anfang des 20. Jahrhunderts verfasst wurde. Es fasst die topografischen und geologischen Gegebenheiten Algeriens zusammen und erklärt das Land als Teil des Atlasgebirges innerhalb des umfassenderen Alpenystems. Das Werk betont, wie der widerstandsfähige Tyrrhenische Block im Norden, die saharische Plattform im Süden sowie bedeutende nord-südliche tektonische Strukturen das Relief, die Becken und sogar die kulturellen Regionen Algeriens geprägt haben. In der Einleitung wird das Ziel des Werkes erläutert – eine erstmalige Gesamtschau, die durch die außergewöhnliche Kartierung Algeriens möglich wurde. Das Land wird dabei als „ein Teil des Atlasgebirges“ beschrieben, das mit den alpinen Faltungsprozessen im Gebiet um die Tyrrhenischen Inseln verbunden ist. Der Beitrag argumentiert für die Bedeutung dieser tektonischen Strukturen anhand von kryptischen geologischen Merkmalen wie Küstenkrystallinablagerungen, Vulkanketten, Seismizität sowie biogeografischen Beobachtungen. Zudem werden nord-südliche Verwerfungsstrukturen untersucht, die die ost-westlichen Gebirgszüge durchschneiden – beispielsweise die Linie von Touat bis Roussillon, der Zousfana-Schlucht bei Figuig sowie die Meeresstrukturen in Richtung Alboran. Weiter wird eine dorsale Rückenstruktur vom Hoggar über Laghouat bis Médéa beschrieben, die sich auch im Tellgebiet fortsetzt und die Grenze zwischen den kabylischen Bergen und den westlichen Sublitoral-Ebenen markiert; historische Zentren wie Achir, Médéa, Miliana, Cherchell und Algier liegen an dieser Linie. Anschließend werden der Biskra-Schlucht sowie die Djerid-Kreuzung in Tunesien vorgestellt, um zu zeigen, wie starke nord-südliche tektonische Prozesse mit den alpinen ost-westlichen Faltungen zusammenwirken und bedeutende menschliche Auswirkungen haben. Zu Beginn des zweiten Buches wird kurz auf das schwer fassbare primäre Grundgebirge eingegangen; anschließend konzentriert sich der Text auf Algerien als langlebigen marinen Geosynklinalbereich und beschreibt die abwechselnden geologischen Veränderungen im Kretazäum und Eozän – mit tiefen bathyalen Ablagerungen im Tellgebiet sowie flacheren neritischen oder kontinentalen Strukturen auf der südlichen Plattform.