„Morsamor“ von Juan Valera ist ein historischer Roman, der Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben wurde. Die Erzählung dreht sich um eine auf den ersten Blick unbedeutende Figur: Fray Miguel de Zuheros, einen Franziskanermönch, der über sein Leben nachdenkt und dabei mit Themen wie Ehrgeiz, Ehre und Spiritualität in einem rasch verändernden Spanien des 16. Jahrhunderts konfrontiert wird. Das Buch geht auf die inneren Konflikte von Fray Miguel ein, als er mit seinen früheren Fehlschlägen sowie den gesellschaftlichen Veränderungen um sich herum kämpft. In der Einleitung wird Fray Miguel de Zuheros als alter, unauffälliger Mönch vorgestellt, der über vierzig Jahre in der Einsamkeit eines Klosters in der Nähe von Sevilla verbracht hat. Zunächst erscheint er als eine Figur der Mittelmäßigkeit – schließlich konnte er in seiner Jugend weder als Soldat noch als Dichter nennenswerte Erfolge erzielen. Als er jedoch von Spaniens jüngsten Triumphen und seinem wachsenden Einfluss erfährt, erwacht in ihm neuer Ehrgeiz – doch zugleich quälen ihn Schuldgefühle wegen seiner früheren Entscheidungen sowie Neid auf den Ruhm anderer. Die Erzählung bereitet den Weg für seinen inneren Konflikt und die Möglichkeit einer Veränderung, insbesondere durch die Begegnung mit seinem Mitbruder Padre Ambrosio, der über geheimnisvolles Wissen verfügt und in der Lage ist, Miguels Ambitionen wieder zu beleben.