„Die Psychologie des Singens“ von David C. Taylor ist eine wissenschaftliche Veröffentlichung aus dem frühen 20. Jahrhundert. Dieses Werk versucht, die Lücke zwischen theoretischem Verständnis und praktischer Ausbildung im Bereich der Stimmkultur zu überbrücken, indem es bestehende Methoden der Gesangsausbildung aus psychologischer und wissenschaftlicher Sicht analysiert und kritisch bewertet. Das Buch untersucht die Mechanismen der Tonerzeugung, die physiologischen Aspekte der Stimme sowie die psychologischen Faktoren, die eine effektive Gesangsausbildung ermöglichen. Zu Beginn führt der Autor auf die Komplexitäten des Fachgebiets ein und beklagt den Widerspruch zwischen etablierten Theorien und tatsächlichen Unterrichtspraktiken. Er argumentiert, dass zwar die Anatomie und Mechanik der Stimme gut verstanden seien, die für eine effektive Gesangsführung entscheidenden psychologischen Aspekte jedoch oft übersehen würden. Taylor betont die Notwendigkeit eines umfassenden Verständnisses der Gesangsausbildung, das sowohl empirische Beobachtungen – durch aufmerksames Zuhören von Sängern – als auch die Einhaltung psychologischer Prinzipien beinhaltet, anstatt ausschließlich mechanische Methoden zu verwenden. Die ersten Kapitel legen den Grundstein für eine kritische Betrachtung gängiger Gesangsmethoden und schlagen einen neuen Ansatz vor, der auf Nachahmung und psychologischer Einsicht basiert.