„Das heidnische und christliche Rom“ von Rodolfo Amedeo Lanciani ist eine historische Abhandlung, die Ende des 19. Jahrhunderts verfasst wurde. Dieses Werk untersucht den kulturellen und religiösen Wandel Roms vom Heidentum zum Christentum und erörtert bedeutende Veränderungen in Architektur, Bräuchen sowie der gesellschaftlichen Einstellung zur Religion. Es geht dabei insbesondere auf die komplexe Wechselwirkung zwischen den Überresten heidnischer Traditionen und den sich entwickelnden christlichen Glaubensvorstellungen ein, die das antike Rom prägten. Der Einleitungskapitel befasst sich mit der frühen Verbreitung des Christentums in verschiedenen sozialen Schichten Roms und widerlegt die Annahme, dass es sich dabei ausschließlich um eine Religion der Armen handelte. Lanciani zitiert Beispiele römischer Adliger und sogar öffentlicher Amtsträger, die den neuen Glauben annahmen, und zeigt auf, wie die frühen Christen ihre Überzeugungen in einer überwiegend heidnischen Gesellschaft vertraten. Der weiterführende Teil des Buches beschreibt die allmähliche Veränderung der Stadt, den Einfluss bedeutender christlicher Familien sowie die Umfunktionierung heidnischer Stätten für christliche Zwecke. Durch die Verknüpfung archäologischer Entdeckungen mit antiken Geschichtsschilderungen bietet der Autor eine Grundlage für eine tiefergehende Untersuchung der Entwicklung Roms in dieser entscheidenden Periode.