„Geschichte der englischen Literatur, Band 2 von 3“ von Hippolyte Taine ist ein wissenschaftliches Werk, das Ende des 19. Jahrhunderts verfasst wurde. Dieser Band setzt die Untersuchung der englischen Literatur fort und konzentriert sich insbesondere auf die Epochen der Renaissance und der Reformation. Er bewertet wichtige Persönlichkeiten sowie ihren Beitrag zur Literatur und zum moralischen Denken. Zudem wird die Gegensätzlichkeit zwischen der Sinnlichkeit der italienischen Renaissance und dem durch die Reformation ausgelösten moralischen Erwachen thematisiert, wobei Persönlichkeiten wie Luther und Milton im Mittelpunkt dieser Diskussion stehen. Der Beginn dieses Bandes legt den Grundstein für eine kritische Betrachtung der christlichen Renaissance und zeichnet dabei die Unterschiede zwischen südlichen und nördlichen Zivilisationen nach. Es werden Luthers Reaktionen auf den moralischen Verfall, den er in Italien beobachtete, sowie das entstehende spirituelle Streben in Deutschland dargestellt. Der Text beschreibt außerdem die Korruption der Kirche und die soziale Gewalt und zeigt auf, wie solche Bedingungen zu tiefgreifenden moralischen Konflikten führten – wie Luthers Kampf mit Schuldgefühlen sowie seine spätere Abspaltung von der päpstlichen Autorität beispielhaft verdeutlichen. Taines analytischer Ansatz hebt die Wechselwirkung zwischen Kultur, Religion und Literatur hervor und legt nahe, dass authentische künstlerische und intellektuelle Bewegungen oft aus sozialen Umwälzungen sowie einem kollektiven Verlangen nach moralischer Klarheit entstehen.