„Contos“ von Fialho de Almeida ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die Ende des 19. Jahrhunderts verfasst wurden. Das Buch bietet ein lebendiges Bild vom Leben – vermutlich in einem portugiesischen städtischen Kontext – und beschreibt die miteinander verwobenen Erfahrungen und Kämpfe verschiedener Charaktere vor dem Hintergrund sozialer Kommentare und menschlicher Emotionen. Die Erzählungen befassen sich mit Themen wie Liebe, Verlust und den Komplexitäten zwischenmenschlicher Beziehungen und fangen die Essenz des Alltagslebens ein. Der Beginn von „Contos“ führt uns in die erste Geschichte ein: „A Ruiva“. Die Handlung spielt in einer Taverne namens „Pescada“, die sich gegenüber einem Friedhof befindet. Dieser lebendige, doch düstere Ort wird häufig von Arbeitern besucht, die von den Gräbern zurückkehren und dort lautstarke Gespräche führen – gespickt mit lokalem Dialekt und Humor. Die Erzählung stellt uns verschiedene Charaktere vor, darunter einen Sargmacher und die Wirtin Tia Lauriana; sie erinnern sich an die mysteriöse „Ruiva“ – eine Frau, die mit Tod und Verfall in Verbindung gebracht wird. Durch ihre Gespräche und Interaktionen gewinnen wir Einblicke in die harten Realitäten des Lebens sowie in die faszinierenden Verbindungen zwischen Lebenden und Toten; zugleich werden soziale Probleme wie Armut und Sterblichkeit thematisiert. Jeder Charakter bietet Einblicke in seine eigene Welt und deutet auf weitere, tiefgründigere Geschichten hin, die sich im weiteren Verlauf der Sammlung entfalten werden.