„Das Problem Chinas“ von Bertrand Russell ist eine historische Abhandlung, die Anfang des 20. Jahrhunderts verfasst und 1922 veröffentlicht wurde. Das Werk untersucht die Komplexitäten und Herausforderungen, mit denen China konfrontiert war, als es sich auf dem Weg der schnellen Modernisierung befand und gleichzeitig mit ausländischen Einflüssen sowie seinen alten Traditionen zu kämpfen hatte. Russell geht auf wirtschaftliche, politische und kulturelle Fragen ein, die nicht nur die Zukunft Chinas betreffen, sondern auch weitreichende Auswirkungen auf die globale Gesellschaft haben. Der Beginn des Textes skizziert den Kontext eines Europäers, der China begegnet – und der vor grundlegenden Fragen steht, die die westlichen Vorstellungen von Zivilisation und Fortschritt in Frage stellen. Russell erläutert anschaulich die komplexen Probleme, mit denen China konfrontiert ist – insbesondere im kulturellen Bereich – sowie die möglichen Auswirkungen seiner Entwicklungspfade. Er kritisiert sowohl den westlichen Imperialismus als auch den chinesischen Konservatismus und betont die Notwendigkeit eines differenzierten Verständnisses der einzigartigen chinesischen Zivilisation sowie ihrer Fähigkeit zum selbstbestimmten Wachstum. Durch reichhaltige philosophische Reflexionen wirft er zentrale Fragen nach Wissen, Tugend und dem besonderen Charakter der chinesischen Gesellschaft auf und bereitet so die Grundlage für eine tiefergehende Untersuchung der Vergangenheit und Zukunft Chinas in den folgenden Kapiteln.