„Die religiöse Erfahrung des römischen Volkes“ von W. Warde Fowler ist eine umfassende Untersuchung der antiken römischen Religion, die in Form einer Reihe von Vorträgen an der Universität Edinburgh zu Beginn des 20. Jahrhunderts präsentiert wurde. Das Werk gibt Einblicke in die Entwicklung religiöser Praktiken und Überzeugungen beim römischen Volk von ihren frühesten Anfängen bis zur Zeit Augustus. Es erörtert die Komplexität der römischen religiösen Strukturen und zeigt auf, wie diese mit verschiedenen sozialen, rechtlichen und historischen Kontexten verknüpft waren. In den einleitenden Passagen macht Fowler deutlich, dass es ihm darum geht, die Wurzeln der römischen religiösen Erfahrung zu erforschen und deren Bedeutung für das Verständnis des umfassenderen Rahmens der römischen Geschichte hervorzuheben. Er betont außerdem die Notwendigkeit, über die formalisierten und oft missverstandenen Aspekte der römischen Religion hinauszugehen, die ihre späteren Entwicklungen prägten. Ziel von Fowler ist es, die ursprünglichen Instinkte und Überzeugungen aufzudecken, die das spirituelle Leben Roms geprägt haben – wobei er zugleich die Schwierigkeiten bei der Erforschung früherer Zeiten anmerkt, bedingt durch den Mangel überlieferter Texte sowie den Einfluss der griechischen Kultur auf römische Deutungen. Damit legt er den Grundstein für eine detaillierte Untersuchung verschiedener Aspekte der römischen Spiritualität – einschließlich ihrer Verbindungen zur Landwirtschaft, zum Familienleben sowie zur strengen Disziplin, die vom Staat auferlegt wurde.