„Historischer Materialismus und die Ökonomie von Karl Marx“ von Benedetto Croce ist eine philosophische Kritik, die Ende des 19. Jahrhunderts verfasst wurde. Das Werk analysiert und interpretiert die Konzepte des historischen Materialismus, die oft mit Marx’ Gedanken in Verbindung gebracht werden, und fragt nach ihrer philosophischen Gültigkeit sowie ihren Auswirkungen auf das Verständnis von Geschichte und Ökonomie. Croces Ziel ist es, zwischen den wirtschaftlichen Einflüssen auf die Geschichte und den oft damit einhergehenden philosophischen Interpretationen zu unterscheiden. Am Anfang des Buches macht Croce deutlich, dass er durch philosophische Kritik die Natur des historischen Materialismus klären möchte – dabei bezieht er sich insbesondere auf die Beiträge von Antonio Labriola zu diesem Thema. Er betont, dass der historische Materialismus nicht als abschließende Philosophie der Geschichte verstanden werden dürfe, sondern vielmehr als eine Sammlung von Erkenntnissen über die wirtschaftlichen Faktoren, die historische Ereignisse prägen. Croce kritisiert verschiedene Interpretationen, denen zufolge der historische Materialismus alle Geschichte auf rein wirtschaftliche Bedingungen reduzieren möchte, und plädiert stattdessen für ein differenzierteres Verständnis, das auch die Rolle verschiedener gesellschaftlicher Faktoren sowie individueller Handlungen im historischen Prozess berücksichtigt. Diese grundlegende Perspektive ebnet den Weg für eine tiefergehende Untersuchung der Zusammenhänge zwischen Ökonomie und Geschichte in den folgenden Kapiteln.