„Novum Organum – oder wahrhaftige Anregungen zur Interpretation der Natur“ von Lord Bacon ist eine wissenschaftliche Veröffentlichung aus dem frühen 17. Jahrhundert. Sie gilt als grundlegender Text für den modernen wissenschaftlichen Methodenansatz und erörtert, wie Wissen systematisch durch sorgfältige Beobachtungen und induktive Schlussfolgerungen gewonnen werden kann – anstatt auf Überreste vergangener philosophischer Lehren zu beruhen. Das Buch kritisiert vorherige Methodologien und setzt Bacons Vision einer neuen Herangehensweise an die Natur dar. Der einleitende Teil des Textes legt die Grundlagen für Bacons Kritik sowohl an dogmatische als auch an skeptische Philosophien und argumentiert, dass beide Ansätze das wahre Forschen behindern. Er betont die Bedeutung einer Methode, die auf empirischen Beobachtungen und induktiven Schlussfolgerungen beruht – und nicht auf etablierten Lehren – und zeigt auf, wie dieser Ansatz zu größeren Fortschritten im Wissensbereich führen könnte. Bacon führt außerdem den Begriff der „Idole“ ein, also allgemeiner Missverständnisse, die das Verständnis der Natur behindern; diese werden in vier Kategorien eingeteilt: die „Idole der Stammesgenossen“, die „Idole des Heims“, die „Idole des Marktes“ und die „Idole des Theaters“. Dieser Abschnitt bildet die Grundlage für Bacons Denkweise, da er sich für eine strengere, experimentell orientierte Forschung einsetzt – eine Forschung, die direkt mit der Natur und ihren Phänomenen in Verbindung tritt.