„Euthanasie – oder: Medizinische Maßnahmen zur Unterstützung eines sanften Todes“ ist ein medizinisches Werk aus der viktorianischen Ära. Es vereint klinische Beobachtungen, ethische Überlegungen sowie praktische Anleitungen dazu, wie Ärzte und Pflegekräfte die letzten Stunden eines Sterbenden erleichtern können. Das Buch argumentiert, dass der Tod in den meisten Fällen weder schmerzhaft noch beängstigend ist, und fordert die medizinische Fachwelt auf, das Konzept eines „sanften Todes“ als Teil ihrer Pflicht zu untersuchen und anzuwenden. Es befasst sich mit den Phänomenen, Verläufen sowie der klinischen Betreuung im Sterbeprozess, mit dem Ziel, einen ruhigen, schmerzfreien und würdevollen Tod sicherzustellen. Das Werk ist in drei Teile gegliedert: Zunächst werden häufige Erscheinungen in den letzten Lebensstunden beschrieben – eine verminderte Schmerzwahrnehmung, Deliriumsymptome sowie die Beibehaltung des Hörvermögens – und der Mythos einer „Todeskrampfphase“ widerlegt. Anschließend werden die Hauptursachen für den Tod aufgeführt: Herzversagen (Synkope oder Asthenie), Lungenversagen (Asphyxie) oder Gehirnversagen (Koma oder Erschöpfung), sowie klassische klinische Anzeichen wie das sogenannte „Hippokratische Gesicht“. Schließlich werden detaillierte praktische Ratschläge zur Pflege gegeben: Vermeiden Sie Zwangsernährung; bevorzugen Sie Milch, Sahne, Eier und Getreideprodukte; verwenden Sie Wein oder Brandy nur sparsam als Stimulanzien; bieten Sie bei Durst Eis an; stoppen Sie die Flüssigkeitszufuhr, wenn das Schlucken nicht mehr möglich ist. Opium (idealerweise Morphium) ist das Hauptmittel gegen Schmerzen und Atemnot; Äther, Ammoniak sowie gelegentlich Terpentin helfen bei Atembeschwerden und Bronchenverstopfung. Die Medikation sollte sparsam und gezielt eingesetzt werden. Besonderer Wert wird auf die Pflegeumgebung gelegt: frische, kühle Luft, ausreichend Licht sowie leise, normale Stimmen (kein Flüstern) sind wichtig; außerdem sollten nur wenige Personen anwesend sein. Auch die Körperhaltung und leichte Decken spielen eine Rolle. Für spezielle Fälle wie Atembeschwerden, Reizhusten oder Blasenentzündungen werden weitere Anleitungsmittel gegeben. Abschließend werden besondere Situationen bei Herz-, Lungen- oder Gehirnversagen erörtert; bei einem natürlichen Tod im hohen Alter genügt in der Regel schon eine sanfte Pflege, da die Natur selbst einen „sanften Tod“ ermöglicht.