„China collecting in America“ von Alice Morse Earle ist eine historische Abhandlung, die Ende des 19. Jahrhunderts verfasst wurde. Sie beschreibt die Leidenschaft, die Praktiken sowie die Entwicklungen im Sammeln alter Porzellanwaren und damit verbundenen Tischgeräts in den Vereinigten Staaten – insbesondere in Neuengland – und verbindet persönliche Erinnerungen mit antiquarischen Forschungsergebnissen. Das Werk wird wahrscheinlich sowohl von Sammlern als auch von Interessierten an materieller Kultur angezogen. Es geht von Anekdoten über das „Jagen“ nach altem Porzellan über zu praktischen Ratschlägen, ethischen Aspekten sowie der Entwicklung von Tischgeräten – von Holz- und Zinnwaren über Delfter Porzellan bis hin zu englischer und orientalischer Keramik. Am Anfang des Buches schildert die Autorin ihre Begeisterung für das Sammeln alter Porzellanwaren in Neuengland; sie beschreibt dabei die Aufregungen, häufigen Enttäuschungen sowie die geschickten Taktiken beim Kauf solcher Gegenstände bei vorsichtigen Landbewohnern. Zu den lebhaften Erzählungen gehören misslungene Verhandlungen, fälschlich identifizierte „Martha-Washington-Teller“ sowie die ausgeklügelten Strategien von Händlern – ergänzt durch eine spielerische Beschreibung des Sammelns aus dem Wagen eines Tin-Händlers. Die Darstellung beleuchtet auch ethische Fragen im Zusammenhang mit diesem Sammelsport: Von sanftem Überreden über zweifelhafte Tricks bis hin zum Umgang mit gestohlenen Waren. Zudem werden die sozialen Kontexte von Auktionen, Informationsbeschaffung in Schulgebäuden sowie einfache Mahlzeiten an Straßenrändern beschrieben. Im weiteren Verlauf geht das Buch auf die Geschichte der Porzellanherstellung und -importe in Amerika ein: Englisches Missverständnis bezüglich chinesischer Porzellanwaren, Delfter sowie Steinzeuggefäße in kolonialen Inventaren, die mit Silber verzierte Winthrop-Kanne sowie frühe Werbeanzeigen für „Chayney“ aus Boston im 18. Jahrhundert. Zudem werden regionale Unterschiede hervorgehoben – insbesondere der Vorsprung Neuenglands in diesem Bereich. Der Abschnitt schließt mit einer Beschreibung der Kultur des Reparierens wertvoller Porzellanstücke sowie einem Einblick darin, wie Benjamin Franklin ausgewählte englische und orientalische Porzellangegenstände nach Philadelphia schickte.