„Herbstzeit des Mittelalters“ von Johan Huizinga ist eine historische Studie, die 1919 veröffentlicht wurde. In dieser Arbeit untersucht Huizinga Frankreich und die Niederlande im 14. und 15. Jahrhundert und argumentiert, dass die übermäßige Formalität sowie der romantische Charakter des spätmittelalterlichen Hoflebens als Abwehrmechanismus gegen die zunehmende Brutalisierung der Gesellschaft dienten. Anstatt sich auf Archivdokumente zu stützen, beruft sich Huizinga in seinem bahnbrechenden Werk auf Chroniken und Literatur – wodurch er die Geschichte von Kultur und Mentalität neu begründet und die Atmosphäre einer ganzen Epoche in literarischer Form lebendig macht.