„Poor Relations“ von Compton MacKenzie ist ein Roman, der Anfang des 20. Jahrhunderts geschrieben wurde. Die Handlung dreht sich um John Touchwood – einen erfolgreichen romantischen Dramatiker, aber erfolglosen realistischen Romancier –, der eine Atlantikreise auf dem Ozeanliner „Murmania“ unternimmt, um nach England zurückzukehren. Die ersten Kapitel stellen die lebendige Atmosphäre an Bord sowie eine Vielzahl eigenwilliger Mitreisender vor und legen den Grundstein für Johns inneren Reflexionen über seine Familie, seine Karriere sowie die oft unbehaglichen Dynamiken sozialer Beziehungen. Zu Beginn des Romans wird John von dem geschäftigen Treiben an Bord mitgerissen; trotz der drohenden Realitäten zu Hause herrscht unter den anderen Passagieren Optimismus. Er reflektiert über seine doppelte Identität als Dramatiker und Romancier und führt Gespräche mit einem Friseur sowie seinen Mitreisenden. Die Erzählung deutet bereits auf die Untersuchung familiärer Bindungen und gesellschaftlicher Erwartungen hin, als John einen Kommentar hört, der ihn beunruhigt – insbesondere bezüglich der Bedeutung „schlechter Beziehungen“. Im weiteren Verlauf des Romans erleben wir Johns Sehnsucht nach Verbundenheit sowie die Last familiärer Pflichten; dadurch wird dieser Roman zu einer tiefgründigen Untersuchung sozialer Beziehungen vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Normen im frühen 20. Jahrhundert in England.