„Pajarin poika“ von Eino Leino ist ein Erzählgedichtzyklus, der in der karelischen Folklore verwurzelt ist und Anfang des 20. Jahrhunderts verfasst wurde. Die Geschichte handelt von einem tyrannischen Erben eines Herrenhauses, der seine Macht gegenüber den Dorfbrautinnen missbraucht, von dem Appell einer Gemeinschaft an eine ferne Autorität sowie von einer verlorenen Liebe, die in gewaltsamer Vergeltung endet. Die Handlung spielt zwischen zwei karelischen Seen; die Menschen leiden unter der Herrschaft des Sohnes Pajari, der sich das „erste Nacht“ jeder Braut aneignet. Ilja, ein stolzer Bauer, der mit Sonja verlobt ist, versucht vergeblich, Hilfe bei Ukko Kruunu – dem personifizierten Herrscher – zu erhalten; schließlich kehrt er nach Hause zurück. Ein Zwischengang am Grab des verstorbenen Pajari lässt dessen reuevolle Stimme erklingen, die von dem Sohn heimgesucht wird, den er freigesetzt hat. Am Ufer prophezeien drei Schwäne Sonjas süße Jugend und ihren nahenden Tod; Ilja erreicht sie schließlich und nach einem zarten Versprechen, gemeinsam in den Wald zu fliehen, verbringen sie eine Nacht der Liebe. An einem großen Sonntag, als das Paar sich zum Trauen niederkniet, reitet der Sohn des Herrn in die Kirche und tötet Sonja. Ilja und die Dorfbewohner jagen ihm über Inseln und Wasserwege nach; er bietet Gold an, doch Ilja lehnt ab. Die Menge steinigt den Mörder zusammen mit seinem Pferd zu Tode und begräbt ihn. In den weißen Nächten des Sommers kehrt der Schurke als unruhiger Reiter über dem Wasser zurück – ein letzter Schrei der Schuld und Trauer.