„Portraits littéraires, Tome I“ von Charles Augustin Sainte-Beuve ist eine literaturkritische Sammlung, die Mitte des 19. Jahrhunderts verfasst wurde. Das Buch befasst sich mit dem Leben und Wirken bedeutender französischer Autoren wie Boileau, Pierre Corneille, La Fontaine und Racine und analysiert ihre literarische Bedeutung sowie den historischen Kontext, in dem sie schrieben. Auf Sainte-Beuves eigenen Betrachtungen und Kritiken beruhend, behandelt das Werk die Entwicklung des literarischen Geschmacks und das Zusammenspiel zwischen den Autoren und ihren historischen Hintergründen. Die Einleitung von „Portraits littéraires“ stellt die Grundidee der Sammlung vor: Sainte-Beuve bekundet seine Absicht, einen Rückblick auf zentrale literarische Gestalten zu geben und zugleich deren künstlerisches Vermächtnis erneut zu betrachten. Er betont die Bedeutung einer kritischen Auseinandersetzung mit etablierten Autoren wie Boileau, dessen Ansehen zu seiner Zeit einer Prüfung unterzogen wurde, und ordnet sie in die sich wandelnde Landschaft des literarischen Denkens ein. Durch seine Analyse hebt Sainte-Beuve Boileaus entscheidende Rolle bei der Festlegung poetischer Maßstäbe hervor und erörtert zugleich die umfassenderen kulturellen Veränderungen, die die moderne französische Literatur geprägt haben. Diese Einleitung gibt den Ton für eine nuancierte Betrachtung der Literaturgeschichte vor und lädt die Leser ein, die komplexen Verbindungen zwischen den Autoren, ihrem Werk und der Epoche, in der sie lebten, zu würdigen.