„Die Reformer von Oxford: John Colet, Erasmus und Thomas More“ von Frederic Seebohm ist eine historische Abhandlung, die Ende des 19. Jahrhunderts verfasst wurde. Das Werk konzentriert sich auf die gemeinsamen Bemühungen sowie die intellektuellen Anstrengungen dreier bedeutender Persönlichkeiten der Renaissance – John Colet, Erasmus und Thomas More – insbesondere im Kontext ihrer reformerischen Ideologien, die sich während des Übergangs von der mittelalterlichen zur modernen Denkweise entwickelten. Zu Beginn des Buches wird der Rückkehr John Colets aus Italien nach Oxford um das Jahr 1496 beschrieben; dabei wird die Bedeutung seiner bevorstehenden Vorträge über die Briefe des heiligen Paulus hervorgehoben – diese Vorträge markierten einen Wandel hin zu einer neu gewonnenen Betonung der Heiligen Schrift an der Universität, einem Thema, das von den Gelehrten seiner Zeit weitgehend vernachlässigt wurde. Colets unkonventionelle Herangehensweise an die biblische Interpretation und Ausbildung wird als entscheidender Moment dargestellt, der sowohl Neugier als auch Widerstand seitens des traditionellen akademischen Establishments in Oxford hervorrufen dürfte. Dies legt den Grundstein dafür, zu untersuchen, wie Colet, Erasmus und More versuchten, die Komplexitäten und Widersprüche ihrer Zeit zu bewältigen sowie wie sie sich gegenseitig in ihren reformerischen Visionen beeinflussten.