„Miti, Legenden und Superstitionen des Mittelalters, Band II“ von Arturo Graf ist eine historische Abhandlung, die Ende des 19. Jahrhunderts verfasst wurde. Dieser Band konzentriert sich auf verschiedene mittelalterliche Legenden, Superstitionen sowie mythologische Deutungen und befasst sich dabei mit Persönlichkeiten wie Papst Silvester II. sowie Themen der Dämonologie, Volkskunde und historischer Anekdoten. Graf hat offenbar das Ziel, die um diese wichtigen historischen Figuren kreisenden Mythen im Kontext mittelalterlicher Glaubensvorstellungen zu analysieren. Zu Beginn des Werkes stellt der Autor die Legende von Papst Silvester II., ursprünglich Gerbert genannt, vor und beschreibt seinen bemerkenswerten Aufstieg von bescheidenen Anfängen bis zum Pontifikat. Gleichzeitig werden die späteren Legenden erörtert, die ihn als Zauberer und mit dunklen Künsten verbunden darstellten. Graf geht auch auf die Missverständnisse bezüglich Dantes Darstellung korrupter Päpste ein und weist darauf hin, dass im Mittelalter eine Mischung aus Bewunderung und Misstrauen gegenüber gelehrten Personen wie Gerbert üblich war. Die Erzählung verfolgt zudem die Entwicklung der Legende um Gerbert und zeigt auf, wie Gerüchte, Anekdoten sowie das gesellschaftlich-religiöse Klima jener Zeit zu seiner nachträglichen Darstellung als jemand beitrugen, der einen tödlichen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatte – wobei dabei Themen wie Ehrgeiz, Wissen und Superstitionen miteinander verknüpft werden.