„The ‚Characters‘ of Jean de La Bruyère“ von Jean de La Bruyère ist eine Sammlung moralischer und gesellschaftlicher Betrachtungen aus dem späten 17. Jahrhundert. Das Werk untersucht die menschliche Natur und die Torheiten der Gesellschaft und bietet eine Reihe von Charakterskizzen, die die sozialen Normen und Verhaltensweisen der Zeit kritisieren und erhellen. La Bruyère selbst erscheint als scharfsichtiger Beobachter und Kritiker der menschlichen Verfassung, der aus seinen Erfahrungen am Hof und in den gesellschaftlichen Kreisen seiner Epoche schöpft. Zu Beginn der „Characters“ gibt die Einleitung Einblick in La Bruyères Sicht auf Moral, Literatur und Gesellschaft. Es wird deutlich, dass er zwar keine Maximen schaffen will, sein Werk jedoch eine eingehende Beobachtung der Leidenschaften und Laster der Menschheit ist. Er erklärt, dass seine Charaktere aus verschiedenen Personen zusammengesetzte Gestalten sind und so einen weiteren Kommentar zur menschlichen Natur ermöglichen, statt lediglich einzelne Porträts zu zeichnen. Dieser Abschnitt stimmt auf eine Erkundung gesellschaftlichen Verhaltens am Ende des 17. Jahrhunderts ein, in der La Bruyères nuancierte Kritik die Oberflächlichkeit menschlicher Begegnungen und die Folgen von Stolz und Eitelkeit vor dem Hintergrund des höfischen Lebens Ludwigs XIV. behandelt.