„Tolstoï“ von Stefan Zweig ist ein biographisches Werk aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das Buch erkundet das Leben und die tiefen inneren Kämpfe des berühmten russischen Romanschriftstellers Lew Nikolajewitsch Tolstoi und erhellt seine geistige Reise, seine Konflikte mit dem Nihilismus und seine Suche nach Sinn inmitten des Überflusses weltlichen Erfolgs. Zweig bietet ein detailliertes Porträt von Tolstois Wandlung vom gefeierten Autor zum Suchenden nach Wahrheit und Moral. Der Beginn des Werks bereitet den Boden, indem es Tolstois Leben mit dem Hiobs vergleicht und die plötzliche, tiefgreifende existentielle Krise betont, die auf eine Zeit scheinbaren Glücks und Erfolgs folgt. Es beschreibt Tolstoi in seinen späteren Jahren, in denen er trotz seiner Errungenschaften und seines Familienlebens von einem Gefühl der Leere und Verzweiflung heimgesucht wird, als er dem Begriff des Nichtseins begegnet – der Leere hinter dem Leben. Zweig veranschaulicht sorgfältig Tolstois seelische Unruhe und führt aus, wie diese Selbstprüfung ihn in einen intensiven Kampf gegen die Unausweichlichkeit des Todes und in die Suche nach einem tieferen Verständnis der Existenz treibt, und hebt so die Komplexität eines Künstlers hervor, der letztlich Wahrheit durch sein Werk zu vermitteln suchte.
Übersetzung des dritten Essays aus Drei Dichter ihres Lebens.