„Der Geist von Charlotte Cray und andere Geschichten“ von Florence Marryat ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die Ende des 19. Jahrhunderts verfasst wurden. Die Erzählungen neigen zum Übernatürlichen sowie zum häuslichen Melodram und befassen sich mit Themen wie Eifersucht, Schuldgefühlen sowie der Fortdauer unerfüllter Liebe über den Tod hinaus. Zu den frühen Höhepunkten dieser Sammlung gehören die Geschichte eines zufriedenen Verlagsleiters, der von einem einst schlecht behandelten Ex-Liebhaber heimgesucht wird, sowie die Erzählung von einem Londoner Arzt, dessen ländliches Refugium zu einer Quelle unheimlicher Wiederholungen und familiärer Tragödien wird. Die erste Geschichte dieser Sammlung handelt von Mr. Sigismund Braggett, einem frisch verheirateten Verlagsleiter, der einst die Hoffnungen der ehrgeizigen Autorin Charlotte Cray unterstützte. Nach Charlottes Tod beginnen Braggetts Angestellte, seine Familie – und schließlich auch seine Frau – ihre Präsenz wahrzunehmen; das Gespenst erscheint in seinem Büro und verschwindet anschließend, was ihn dazu veranlasst, sein Geschäft aufzugeben – denn Charlotte hat ihr Versprechen eingehalten, „seine“ Frau zu beobachten. Die nächste Geschichte erzählt von einem Arzt, der Ruhe in dem abgelegenen Rushmere sucht. Dort hören er, seine Frau Jane und ihre Dienstboten schlurfende Schritte, Schluchzer sowie das Phantomgeräusch eines Schusses; die Angst treibt sie schließlich in eine Herberge. Dort enthüllt die Ehefrau des Wirts die Vergangenheit dieses Hauses: Der asthmakranke Herr Greenslade erschoss seine entfremdete Tochter Emily auf der Treppe und erhängte sich anschließend – die nächtlichen Geräusche sind nichts anderes als die Wiederholung jenes fatalen Ereignisses.