„Anthologie féminine“ von Louise d’Alq ist eine literarische Anthologie, die Ende des 19. Jahrhunderts verfasst wurde. Sie versammelt und präsentiert französische Schriftstellerinnen – von den frühesten Anfängen der französischen Sprache bis zur Zeit der Verfasserin selbst – und kombiniert kurze biografische Angaben mit ansprechenden Auszügen aus ihren Werken. Ein inklusiver, für Frauenrechte einsetzender Vorwort setzt sich für die Bildung von Frauen sowie ihre literarischen Möglichkeiten ein und hebt dabei sowohl weniger bekannte als auch renommierte Persönlichkeiten hervor. Der Beginn der Anthologie erläutert ihren Zweck: Es soll eine sorgfältig ausgewählte Sammlung weiblicher Literatur zusammengestellt werden, die in gemischten Anthologien bisher oft vernachlässigt wurde; dabei sollen aussagekräftige Passagen ausgewählt und parteiische Selektionen sowie neugierige Betrachtungen bezüglich Pseudonymen vermieden werden. Ein umfangreiches Vorwort plädiert außerdem für eine wohlüberlegte, klassenbewusste Bildung von Frauen, widerlegt Stereotype über „pedantische“ Frauen und präsentiert die Literatur als besonders geeignete und flexible Karriereoption – indem es Genres aufzählt, in denen Frauen besonders hervorragend abschneiden können, und darauf hinweist, dass bereits viele bedeutende Frauen schreiben, übersetzen und redigieren. Nach diesem programmatischen Einstieg beginnt der erste Zeitabschnitt (13.–16. Jahrhundert), in dem kurze Porträts sowie umfangreiche Auszüge aus den Werken früher Schriftstellerinnen wie Marie de France, Agnès de Navarre, Christine de Pisan und Louise Labé vorgestellt werden; Gedichte, Briefe und Anekdoten ergänzen diese Darstellungen und veranschaulichen die Persönlichkeit sowie den Kontext dieser Frauen.