„Rufe“ von Xun Lu ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die Anfang des 20. Jahrhunderts verfasst wurden. Das Werk reflektiert persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Beobachtungen und behandelt Themen wie Einsamkeit, gesellschaftskritische Analysen sowie den Kampf um die individuelle Identität in einer turbulenten Zeit. Im Mittelpunkt dieser Sammlung stehen die Stimmen von Charakteren, die mit ihren Lebensumständen ringen – vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Erwartungen und persönlicher Ambitionen. Der Beginn des Werkes wird durch ein selbstreflektives Vorwort eingeleitet, in dem der Autor seine Nostalgie sowie Enttäuschung über verlorene Träume seiner Jugend zum Ausdruck bringt. Er erzählt von seinen persönlichen Herausforderungen, als er gleichzeitig die Pflege seines kranken Vaters übernahm und sein eigenes Studium fortsetzte. In seinen Betrachtungen über seine Vergangenheit äußert er zunehmende Enttäuschung über den medizinischen Beruf sowie die umgebenden gesellschaftlichen Strukturen. Der Text bereitet den Weg für eine tiefergehende Erforschung des inneren Lebens der Charaktere sowie ihrer kritischen Sicht auf die Gesellschaft und deutet an, dass ihre Geschichten das Sehnen nach Sinn und Veränderung innerhalb eines starren gesellschaftlichen Rahmens widerspiegeln.