Yiddish short stories

Über dieses Buch

Jiddische Kurzgeschichten von Isaac Goldberg und E. Haldeman-Julius sind eine Sammlung von Erzählungen, die Anfang des 20. Jahrhunderts verfasst wurden. Die Anthologie wird durch einen kritischen Einleitungstext eingeleitet und versammelt führende jiddische Autoren, die das jüdische Leben Osteuropas anhand von Allegorie, Realismus und psychologischem Drama darstellen – dabei werden Themen wie Glaube, Leid, Würde und moralische Entscheidungen in den Mittelpunkt gestellt. Zu den Mitwirkenden gehören I. L. Peretz und David Pinski sowie Joseph Opatoshu und Sholom Asch; unter den dargestellten Charakteren finden sich eine wandelnde Seele, ein hungriger Arbeiter und ein innerlich zerrissener Landarzt. Der Beginn der Sammlung bietet einen Überblick über die bedeutendsten jiddischen Schriftsteller: Peretzes humane Allegorien, Pinskis tiefschürfende Betrachtungen der proletarischen Psyche, Aschs poetischer Realismus, Raisins feinfühlige Erzählungen, Shapiros grausame Schilderungen von Pogromen sowie Opatoshus naturbezogene Visionen. Anschließend folgen die eigentlichen Kurzgeschichten. In Peretzes „Drei Geschenke“ muss eine Seele, deren Tugenden und Sünden genau ausgewogen sind, durch das Überbringen dreier Opfergaben – Sand vom Heiligen Land, befleckt mit dem Blut eines Märtyrers; ein Schmuckstück, mit dem Blut einer verurteilten Jungfrau besudelt; sowie eine Kippa, die von einem Mann getragen wird, der wegen seines Glaubens geprügelt wurde – den Zugang zum Himmel erlangen. Opatoshus „Das Urteil“ folgt dem jungen Zelik und seiner Freundin Rachel entlang des Flusses Wisła; ein Scherz, bei dem ein Storchenei durch ein Gänseei ersetzt wird, führt zu einem brutalen „Prozess“ der ganzen Schar der Störche. Eine plötzliche Sturmflut reißt Rachel mit sich fort, während Zelik nur knapp überlebt. Pinskis „Die Geschichte eines hungrigen Mannes“ schildert, wie Itsje durch Hunger zu Wut, kleinlichem Gewaltverhalten und Diebstählen gegenüber seiner tauben Vermieterin kommt; es kommt zu einem Konflikt mit einem Gendarmen – nach einer Misshandlung und einer Zeit im Gefängnis begeht Itsje schließlich in Verzweiflung Selbstmord. Aschs „Ein seltsames Klima“ beginnt damit, dass Dr. Lazarovitch sich von seiner Familie distanziert, nachdem sein Sohn zum Judentum konvertiert ist, um studieren zu können. Die Atmosphäre im Haus wird zunehmend angespannt, während der Doktor versucht, wieder jüdische Bräuche zu praktizieren und auf die Hoffnung auf Palästina setzt – gleichzeitig sorgt er sich um die Zerbrechlichkeit seines jüngeren Sohnes.

Sprache
English