„El espejo de la muerte“ von Miguel de Unamuno ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die Anfang des 20. Jahrhunderts verfasst wurden. Diese Erzählungen schildern kurze, realistisch-philosophische Geschichten über gewöhnliche Menschen, die mit Liebe, Tod, Zufall und Glauben konfrontiert werden. Zu finden sind intime Porträts – von einer verwelkenden Dorffrau über einen einfachen Junggesellen, der ein Findelkind aufnimmt, bis hin zu einem enterbten Selbstmörder und anderen bescheidenen Figuren – erzählt mit Mitgefühl, Ironie und existenzieller Tiefe. Der Beginn der Sammlung besteht aus einer Reihe von kurzen Episoden: Eine junge Frau namens Matilde verfällt zusehends, während ihr Verlobter sich immer weiter entfernt; nach einer Wallfahrt stirbt sie schließlich. Ein sanfter Jäger und Kartenspieler findet ein Baby vor seiner Tür, engagiert eine Amme und heiratet sie schließlich – gemeinsam ziehen sie eine große Familie auf. Ramón Nonnato wird von dem Erbe seines usurerischen Vaters zerstört; er verkauft sein letztes Vermögen und erschießt sich anschließend. Ein alter Wanderer und ein weggelaufenes Mädchen werden einander zur Familie – bis ein Liebeslied sie voneinander trennt und er glücklich stirbt. Ein liebesverhungerter Reisender und eine Frau blicken sich in einem Bahnhof in die Augen, erkennen ihr überwältigendes Schicksal – und werden gemeinsam tot aufgefunden; kein Selbstmord, sondern einfach zerbrochene Herzen. Eine Geschäftsinhaberin aus Bilbao führt ein trostloses, frommes Leben und stirbt, während sie den Rosenkranz murmelt. Bonifacio ist besessen von Originalität – findet sich jedoch nie selbst; erst die Vaterschaft macht ihn ganz. Der letzte Textabschnitt beginnt damit, dass das kleine Susín schlammige Befestigungen baut…