The red terror in Russia

Melʹgunov, S. P. (Sergeĭ Petrovich), 1879-1956

Über dieses Buch

„Der rote Terror in Russland“ von S. P. Melʹgunov ist eine historische Abhandlung, die Anfang des 20. Jahrhunderts verfasst wurde. Sie untersucht, wie der bolschewistische Staat ein Repressionsapparat – insbesondere die Tscheka – mithilfe von Geiseln, Massenhinrichtungen sowie ideologischer Aufrufe zum „roten Terror“ aufbaute und rechtfertigte. Basierend auf Dekreten, Presseaufrufen, Augenzeugenaussagen sowie Fallstudien aus Russland und der Ukraine argumentiert die Studie, dass der Terror eher eine bewusste Politik war als ein spontaner Ausbruch des Volkszorns. Zu Beginn des Buches finden sich eine Anmerkung des Übersetzers sowie ein kurzes Porträt des Autors als vom sowjetischen Regime verfolgten Historikers und Aktivisten. Im Einleitungskapitel weist der Erzähler den Individualterror zurück, nachdem ein Gesprächspartner in einem Café gefragt hat, warum niemand die bolschewistischen Führer tötet – und argumentiert, dass solche Handlungen nur zu massiven Vergeltungsmaßnahmen gegen Geiseln führen würden. Kapitel I beschreibt detailliert, wie nach anfänglichen Angriffen auf bolschewistische Beamte die Entführung von Geiseln sowie räuberische Erschießungen institutionalisiert wurden; dabei werden die schrecklichen Zustände im Moskauer Butyrka-Gefängnis sowie ähnliche Vergeltungsmaßnahmen in den Provinzen dargestellt – unter den Opfern waren auch Frauen und Kinder. Auch Peters Kropotkins Protest gegen diese Politik wird erwähnt. Kapitel II widerlegt die offizielle Behauptung, der Terror sei von Feinden „erzwungen“ worden, und zeigt auf, wie die Todesstrafe sowie summarische Erschießungsanordnungen schnell wieder eingeführt wurden; außerdem werden Presseaufrufe zum „Antworten mit Blut auf Blut“ dokumentiert. Der Höhepunkt dieser Entwicklung bildet Pjotr Petrovskis Anweisung zur Anwendung von Massenterror sowie der Aufbau eines landesweiten Tscheka-Netzwerks, das die lokalen Sowjets in den Schatten stellte. Kapitel III definiert die Tscheka als ein Instrument zum Zerstören von Feinden und nicht zum Urteilen über sie; zudem werden Latzis’ klassenbasierte Kriterien zur Beurteilung der Schuld angeführt sowie offizielle Statistiken hinterfragt, indem unterberichtete Massaker sowie Repressalien gegen Streiks und Aufstände von Kiew über Odessa bis Astrachan und Turkestan aufgezeigt werden.

Autor
Melʹgunov, S. P. (Sergeĭ Petrovich), 1879-1956
Sprache
English