„Mesék“ von Ferenc Herczeg ist eine Sammlung literarischer Märchen, die Anfang des 20. Jahrhunderts verfasst wurden. Die Geschichten vermischen alltägliche Handlungen mit Magie und sanfter Ironie und begleiten Kinder, Spielzeuge, bescheidene Stadtbewohner sowie folkloristische Wesen auf kurzen Abenteuern, die von ihren Entscheidungen geprägt werden. Man erwartet dabei verspielte Erfindungen, zentraleuropäische Elemente sowie klare moralische Botschaften über Güte, Eitelkeit, Mut und Verantwortung. Der Beginn der Sammlung besteht aus einer Reihe eigenständiger Geschichten: Zunächst fliehen misshandelte Spielzeuge – Paprika Jancsi, ein Husar und eine Puppe – in eine schneereiche Nacht, begegnen dort verschiedenen Gefahren und werden schließlich von einer Milchfrau gefunden; die getadelten Kinder behaupten jedoch, die Spielzeuge seien von selbst zurückgeblieben. In einem weiteren Märchen heiratet ein Zigeuner namens Bögöly die feurigen, flüssigen und luftigen Töchter der Elementargeister – jede von ihnen zerstört sein Zuhause; dies ist eine Fabel über Begierde und Verderben. Ein Angestellter, der ein altes Haus erbt, entdeckt einen gemauerten Keller, in dem gespenstische Soldaten unter einem Fluch trinken und singen – bis ein Priester dies mit einer Reliquie beendet, die an Rákóczi erinnert. Ein Junge stiehlt eine verlorene Baumwollaffe; diese schwillt aufgrund seiner Schuld monströs an – erst durch die Rückgabe wird sie wieder klein. Eine arme Prinzessin heiratet einen Lautenisten, dessen goldene Saiten nachts prächtige Klänge hervorbringen; ihre Forderungen nach dauerhaftem Reichtum kosten ihn jedoch seine Musik – er verschwindet und lässt sie in Armut zurück. Schließlich wird in dem Abschnitt „Anima“ ein stolzes Mädchen, das in einem Kirchturm aufgewachsen ist, von einem Wolkenwagen zum Hof eines blinden Wolkenkönigs gebracht; während es davontreibt, spürt es, wie sein Herz von den fernen Glocken des Heimatorts zurückgezogen wird – und so endet der Auszug.