„Die zwölfte Stunde“ von Gertrud Almqvist ist ein Roman, der Anfang des 20. Jahrhunderts geschrieben wurde. Er ist in Form eines rückwärtslaufenden Tagebuchs gestaltet und folgt Ronny Berglöf – einer scharfsinnigen, selbstreflektierenden Frau im späten mittleren Alter – auf ihrem Weg mit den Herausforderungen des Alterns, der Sexualität, der Ehe, der Mutterschaft und ihrer geistigen Gesundheit. Ihr Leben wird von einer angespannten Ehe mit Albert, einer zarten, aber herausfordernden Beziehung zu ihrer Tochter Viveke, therapeutischen Sitzungen bei einem Nervenspezialisten sowie ungelösten Erinnerungen an vergangene Liebesbeziehungen geprägt, die gesellschaftliche Normen in Frage stellen. Der Roman beginnt damit, dass Ronny nach einem zerstörerischen Geburtstag mit dem Schreiben ihres Tagebuchs beginnt. Sie enthüllt die Heuchelei ihrer sozialen Umgebung und gesteht ihre eigene Isolation ein. Medizinische Untersuchungen zeigen Erschöpfung, Angst davor, „nutzlos“ zu werden, sowie die klinische Sichtweise eines Arztes auf ihre Wünsche. In ihren Erinnerungen geht sie einer leidenschaftlichen Beziehung zu einer Frau namens Carla nach, einer späteren Affäre mit einem verheirateten Mann sowie flüchtigen Gedanken an Selbstzerstörung nach. Ein Jubiläum eines Frauenclubs löst bittere, halluzinatorische Reflexionen über das Altern von Frauen aus. Ein angespanntes Gespräch am Morgen mit Albert offenbart ihre Unvereinbarkeiten. Bei einem Ausflug im Frühling drängt Viveke Ronny dazu, ehrlich zu sein – sie gesteht eine frühere Liebe ein und fordert gegenseitige Wahrhaftigkeit. Doch danach erlebt Ronny eine panische Vision, die mit Kindheitstraumata verbunden ist. Im Laufe der Behandlung entwickelt sie eine kontrollierte, therapeutische Zuneigung zum Arzt und findet Linderung darin, „die Kontrolle aufzugeben“ – für einen kurzen Moment fühlt sie sich im Einklang mit der Welt. Weitere Therapiesitzungen befassen sich mit ihrem Schamgefühl sowie mit Erinnerungen an eine tolerante Vertraute; dies deutet darauf hin, dass Urteile und „Reinheit“ oft nur Masken für verborgene Wünsche sind.