„Überzüge der pädagogischen Doktrin“ von Johann Friedrich Herbart ist eine wissenschaftliche Veröffentlichung aus dem frühen 20. Jahrhundert. Dieses Werk bietet einen umfassenden Überblick über die pädagogische Philosophie und ihre praktischen Anwendungen, wobei der Schwerpunkt auf der Integration von Ethik und Psychologie in die Pädagogik liegt. Herbart möchte die Prinzipien aufzeigen, die ein effektives Unterrichten sowie die Charakterbildung leiten, und betont dabei die Bedeutung der Förderung des moralischen und intellektuellen Wachstums der Schülerinnen und Schüler. Zu Beginn seines Manuskripts definiert Herbart das grundlegende Konzept der „Plastizität“ bei Schülern und geht davon aus, dass ihre Bildbarkeit mit der Fähigkeit einhergeht, geprägt zu werden. Er erörtert außerdem die Beziehung zwischen Ethik und Psychologie als Grundlagen pädagogischer Theorien und argumentiert, dass Pädagogen bei der Förderung des moralischen Charakters individuellen Willen und äußere Einflüsse ausbalancieren müssen. Durch seine ersten Untersuchungen zum Tugendverständnis als ultimatem pädagogischem Ziel sowie zu den psychologischen Prozessen, die dem Lernen zugrunde liegen, legt Herbart die Grundlagen für ein systematisches Unterrichtskonzept, das darauf abzielt, vollwertige und sozial verantwortliche Individuen heranzubilden.