„Dictionnaire érotique moderne“ von Alfred Delvau ist ein spezialisiertes Lexikon über erotische Sprache, das Mitte des 19. Jahrhunderts verfasst wurde. Ziel dieses Werkes ist es, eine breite Palette von Ausdrücken im Zusammenhang mit Erotik zu katalogisieren und zu erklären – Ausdrücke, die in herkömmlichen Wörterbüchern normalerweise nicht zu finden sind. Es dient als Leitfaden für die vielfältige und oft anzügliche Umgangssprache, die in intimen Kontexten verwendet wird, und spiegelt dabei die gesellschaftlichen Einstellungen zur Sexualität seiner Zeit wider. Der Einleitung des Buches legt den Grundstein für Delvaus ambitioniertes Projekt: Er erörtert das Fehlen umfassender erotischer Wörterbücher vor der Veröffentlichung seines Werkes und kritisiert die Zurückhaltung früherer Autoren, sich direkt mit sexueller Sprache auseinanderzusetzen. Er betont, dass ein Lexikon dieser Art sowohl für Laien als auch für Wissenschaftler von großer Bedeutung sei. Delvau legt Wert auf ehrliches und explizites Sprachmaterial und verzichtet dabei auf Euphemismen sowie Zweideutigkeiten, um die Begriffe des erotischen Diskurses klarer zu gestalten. Er lädt die Leser ein, dieses Wörterbuch als eine aufschlussreiche Untersuchung der Sprache rund um Liebe und Verlangen zu betrachten – und nicht einfach als Sammlung an anzüglichen Ausdrücken. Damit unterstreicht er die Bedeutung dieser Sprache für das Verständnis der Kultur seiner Zeit.