„Die moderne Hausfrau oder Ménagère“ von Alexis Soyer ist ein umfassender Kochbuch, das Mitte des 19. Jahrhunderts verfasst wurde. Ziel dieses Werkes ist es, Haushälterinnen mit effizienten und wirtschaftlichen Methoden der Speisenzubereitung vertraut zu machen; es enthält fast tausend Rezepte für eine Vielzahl von Gerichten, die für alle Mahlzeiten des Tages geeignet sind – einschließlich solcher, die speziell für Kinderzimmer und Krankenzimmer benötigt werden. Die praktischen Ratschläge beinhalten nicht nur Kochtechniken, sondern auch Tipps zur Familienführung im häuslichen Umfeld. Zu Beginn des Buches legt der Herausgeber Soyers kulinarische Philosophie durch einen Dialog zwischen zwei Charakteren dar: Frau B und Frau L diskutieren die Herausforderungen einer effizienten Haushaltsführung sowie der kostengünstigen Zubereitung von Mahlzeiten. Durch ihren Gesprächsanstoß veranschaulicht Soyer den Übergang von luxuriöser Ernährung zu einem Modell wirtschaftlicher Gastfreundschaft, das bei gleichbleibender Qualität keine Kompromisse eingeht. Die einleitenden Passagen geben zudem Einblicke in die Motivation des Autors – hauptsächlich wollte er beweisen, dass hervorragende französische Küche auf einfache und erschwingliche Weise möglich ist und somit auch für Mittelschichtsfamilien der damaligen Zeit zugänglich gemacht werden kann.